Selbstorganisatorische Hypnosetherapie

Das Wort Hypnose löst noch immer heftige Diskussionen aus. Leider wird dabei oft fehlendes Wissen durch Vorurteile ersetzt. Viele Menschen haben Angst, in Hypnose die Kontrolle über ihr Denken und Handeln zu verlieren. Diese Sorge ist jedoch vollkommen unbegründet, da der Hypnotiseur keinen Menschen in ein willenloses Werkzeug verwandeln kann.
Selbstorganisatorische Hypnose trichtert dem Patienten nicht mehr ein, etwas Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen. Der Hypnosetherapeut versetzt sich in die innere Welt des Patienten und spricht mit seinem Unbewussten. Dadurch eröffnet er ihm die Möglichkeit, seine Fähigkeiten optimal zu nützen und selbst Lösungen zu finden. Die Bildersprache ist eine Sprache der Hypnose. Sie hilft dem Menschen,
  • die Weisheit,
  • die Kreativität
  • und die Hilfe
des Unbewussten für seine Ziele zu nützen.
Die selbstorganisatorische Hypnosetherapie orientiert sich so weit wie möglich an den gesunden Anteilen, die die Patienten besitzen. Die Selbstheilungskräfte des Patienten werden aktiviert und starre Handlungs- und Erlebnismuster aufgelockert. Es werden psychische Prozesse gefördert, die den Behandelten einen Zugang zu ihren unbewussten Potentialen eröffnen und eine eigene kreative Neuorientierung im Unbewussten in Gang setzen. Die selbstorganisatorische Hypnosetherapie zielt letztlich auf die Stärkung der Selbstverantwortlichkeit und Eigenständigkeit des Einzelnen. Dabei stellt sich der Therapeut ganz auf die individuelle Persönlichkeit der Patienten ein.
Es gibt eine Fülle von Missverständnissen und Fehlannahmen bezüglich der Hypnose. In den Medien ist immer noch zu lesen, dass in der Hypnose der Hypnotiseur den Hypnotisierten steuert und dann auch noch Macht über ihn gewinnt. Eine wissenschaftlich sinnvolle Definition setzt Hypnose mit einem spezifischen Zustand des Gehirns in Beziehung.
Hypnotische Trance bezeichnet im Allgemeinen einen veränderten Tagesbewusstseinszustand, in welchem die Aktivität in einem Bereich des Gehirns stark erhöht ist, während in anderen Bereichen die Aktivität deutlich verringert ist.
Die Natur hat Tiere und Menschen mit der angeborenen Fähigkeit ausgestattet, Trancezustände zu entwickeln, da diese für das Überleben von Bedeutung sind (z.B. gerät eine Katze in einen Trancezustand, wenn sie ein Beutetier fixiert. Jede menschliche Höchstleistung wird in einem Trancezustand vollbracht (z. B. Sportler, Künstler, Musiker und Schauspieler, die wie mit ihrer Tätigkeit verschmelzen). In Extremzuständen der Psyche entwickeln sich spontane Trancezustände, in welchen z. B. kein Schmerz wahrgenommen wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen: In Trancezuständen werden Fähigkeiten sichtbar, die weit über diejenigen in Normalzuständen hinausgehen.
Im modernen Verständnis von Hypnosetherapie wird Trance als Erleben verstanden, bei dem Unwillkürliches vorherrscht. Da auch das unbewusste Wissen über psychologische und psychosomatische Zusammenhänge erhöht sein kann, wird Trance auch für psychotherapeutische Zwecke genutzt (Therapie in Trance; Hypnosepsychotherapie; psychotherapeutische Hypnose). In Trance hat das Gehirn eine gesteigerte Fähigkeit, sich neu zu organisieren und auszurichten.
Die in der Psychotherapie genutzten Trancen können auch als Lösungstrancen bezeichnet werden.
Lösungstrance: Sie ist charakterisiert durch eine willentlich herbeigeführte, zieldienliche Trance, um willentlich unwillkürliche Prozesse in Gang zu setzen.
Aber Menschen können unwillentlich/unbewusst in belastenden Situationen auch Trancezustände entwickeln, die als Lösungsversuche zu verstehen sind, aber gleichzeitig zu einem weiteren Problem werden.
In traumatisch erlebten Situationen erleben Betroffene Zustände, die beschrieben werden mit: Schmerzunempfindlichkeit, Gefühllosigkeit, wie betäubt sein, das Gefühl, neben sich zu stehen, sich von außen zu betrachten oder Teile des Körpers nicht mehr richtig wahrnehmen zu können. Diese Zustände sind als von der Psyche unbewusst in Gang gesetzte Selbstrettung in der Situation hilfreich, werden aber zu Problem, wenn durch Trigger im Hier-und-Jetzt die Betroffenen an eine traumatische Situation erinnert werden und diese Zustände wieder ausgelöst werden. Starke Ängste lassen einen Tunnelblick entstehen, Lösungen und kreative Lösungsstrategien stehen dem Erwachsenen nicht mehr zu Verfügung. Diese Zustände werden als Problemtrance bezeichnet.
Problemtrance: Symptome und »psychischen und psychosomatischen Störungen« können als Problemtrance beschrieben werden. Sie sind Ausdruck von nicht willentlichen, unwillkürlichen Prozessen. Sie sind also, verbunden mit viel Leid, das Ergebnis einer wirksamen Selbsthypnose.
Die gute Botschaft: Was so erfolgreich und wirksam selbst gestaltet wurde, kann in kreativer und konstruktiver Weise wieder umgestaltet werden.
In der Hypnosetherapie werden auf achtungsvolle und empathische Weise effektive und ermutigende Vorgehensweisen angeboten. Die Betroffenen können wieder erleben, dass sie Gutes und Hilfreiches für sich tun können und die Erfahrung machen, dass sie von sich selbst und von ihrer wertvollen, weisheitsvollen, jedoch bisher unbewussten Kompetenz lernen. Durch den inneren Lehrer im Unbewussten werden Würde, Selbstachtung und Selbstwirksamkeit intensiv gestärkt.