Kinder und Jugendlichenhypnose

Meistens kommen Kinder in die Praxis mit den Worten: “Ich habe ein Problem.“ Das Kind erlebt sich selbst gegenüber dem Symptom, dem Problem oder einem Menschen als passiv, hilflos und ohne Kontrolle. Vorhergehende Lösungsansätze waren ohne oder von begrenztem Erfolg. In der Hypnose kann das Kind/der Jugendliche durch den Kontakt mit dem Unbewussten eine Einstellung der Hoffnung gewinnen. Indem das Kind/die Jugendliche auf seine/ihre inneren Fähigkeiten (Ressourcen) vertraut, kann es die problematische Situation bewältigen. Hypnose bei Kindern hat die Funktion eines kooperativen Spiels, in welchem das Kind eine aktive Rolle übernimmt. Kinder setzen Hypnose dank der angeborenen Fähigkeit, in Trance zu gehen, sehr spielerisch um.
Das Kind wird vom Hypnosetherapeut spielerisch in die Tiefen der eigenen Seele geführt. Dies wird bildhaft der Zaubergarten/die Zauberwiese/die Märchenwiese genannt. In diesem inneren Bewusstseinsraum kann dann das Kind spielerisch, kreativ und erfolgreich seine ureigensten Lösungen entwickeln. Es begegnet hier wie im Märchenland seiner weisen Fee, dem Zauberer, dem weisen Engel oder dem weisen Zwerg, je nachdem, wie sich für das Kind das innere Bild zeigt. Es kommt dann zu einer inneren Kommunikation zwischen dem Kind und seiner inneren Herzensweisheit.
Im Erstgespräch sollte das Kind
  • das Gefühl haben, dass es dem Arzt vertrauen kann
  • das Gefühl haben, dass der Arzt sicher ist, ihm helfen zu können.
  • neugierig geworden sein auf das, was der Arzt gesagt hat und auf die von ihm vorgeschlagenen kreativen Methoden und Wege der Kinder- und Jugendlichenhypnose.
  • das Gefühl haben, dass es respektiert, gemocht und ihm geglaubt wird.
  • Eine Vorstellung davon bekommen, dass Hypnosetherapie ein humorvoller Heilungsweg sein kann und es dabei viel Freude erleben kann.
Effektivität der Hypnosetherapie bei Kindern und Jugendlichen
Berichte aus der Praxis und Forschungsdaten bestätigen die Effektivität von Hypnosetherapie in der Kinderheilkunde. Kinder können ihre selbstregulatorischen Fähigkeiten nutzen, um Symptome von Krankheiten zu reduzieren oder zu lindern. Sie brauchen dann weniger Medikamente, verbringen weniger Zeit bei Ärzten und in Krankenhäusern.
Sie können dann eher am Leben teilnehmen und sich aus der einschränkenden Rolle des Kranken innerhalb der Familie befreien.
Sämtliche hypnosetherapeutischen Ansätze fokussieren auf die
  • Kompetenz
  • Fähigkeiten
  • Kreativität
  • Weisheit
des Kindes, seine Probleme selbst lösen zu können. Ausdrücklich soll darauf hingewiesen werden, dass nicht der Therapeut die Veränderungen bewirkt, sondern das Kind selbst.
Anwendungsgebiete der Kinder und Jugendlichenhypnose
Probleme
  • beim Trinken und/oder beim Essen
  • mit Einnässen
  • beim Einschlafen/Durchschlafen
  • mit der Mama
  • mit dem Papa
  • mit dem Bruder
  • mit der Schwester
  • mit den Freunden
  • mit den Mitschülern
  • bei der Konzentration
  • mit dem Selbstvertrauen
  • mit dem Durchsetzungsvermögen
  • mit der Entspannung
  • mit der Konfliktfähigkeit
  • mit Angst
  • mit Traurigkeit
  • mit Pollen oder Nahrungsmitteln
  • mit der Haut
  • mit dem Darm
  • mit dem Kopf
  • mit der Atmung
Wovon ist der Erfolg der Hypnosetherapie abhängig?
Hypnosetherapie kann Kindern jedes Alters bei Problemen helfen, auch wenn die Probleme schon sehr lange bestehen.
Folgende Faktoren können den Erfolg einer Hypnosetherapie mindern oder verhindern:
  • Geringe Motivation
  • Tief sitzende Konflikte, die das Kind leugnet oder nicht erkennen will
  • Bedeutsamer sekundärer Krankheitsgewinn
  • Das Problem des Kindes ist Ausdruck eines komplexen Problems innerhalb der gesamten Familie
  • Zu frühe Beendigung der Behandlung
  • Elterliche Einstellung, die z.B. die psychischen Ursachen eines Körpersymptoms leugnen