Hypnosetherapie 

Ein Schwerpunkt meiner Praxis ist die Medizinische Hypnose. Der Patient lernt in der lösungsorientierten Trance mit seiner weisheitsvollen Ressource im Unbewussten in Kontakt zu treten. Diese Trancearbeit ist immer in einen tragenden und geschützten Beziehungs- und Therapierahmen eingebettet: Patient und Hypnosetherapeut arbeiten einem längeren Zeitraum vertrauensvoll zusammen, in welchem nicht sofort und ausschließlich mit der Methode der Trance gearbeitet wird. Medizinische Hypnose fördert die positive Selbstentwicklung des Patienten und er kann lernen, die Weisheit, Kreativität, Hilfe und Lösungskompetenz des Unbewussten für seine Heilung zu nutzen.
Die medizinische Hypnose nutzt das dem Menschen innewohnende Potenzial durch die therapeutische Arbeit mit veränderten Bewusstseinszuständen. Der hypnotische Zustand selbst ist ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Konzentration. In der medizinischen Hypnose werden Selbsterkenntnis und die Aufarbeitung von problemver­ursachenden früheren und (früh)kindlichen Erlebnissen gefördert.
Durch ressourcenorientierte Hypnose und Selbsthypnose wird es möglich, innere Gelassenheit, Sicherheit und Kraft zu finden und aufzubauen, um Lösungsschritte zu entwerfen und zu erproben.
Tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Modelle orientieren sich mit ihren Pathologie-Hypothesen an der Vergangenheit. Schwäche, Unfähigkeit und Defizite werden in linear-kausaler Weise aus Erfahrungen der Vergangenheit erklärt. Die biologische Psychiatrie hat die Hypothesen entwickelt, in denen  »psychische Störungen« als Stoffwechseldefekte erklärt werden (z.B. Mangel an Serotonin).
Die defizitfokussierenden Konzepte können bei Menschen, die unter psychischen Beschwerden leiden, das Erleben verstärken, dass sie ohnmächtige und inkompetente Opfer sind, welche unwillkürlichen Prozessen ausgeliefert sind.
Die Phänomene der psychischen Symptome werden mit den Diagnosen Depression, Angst, Zwang oder Sucht verdinglicht, so als ob Betroffene eine Depression/Angst/Zwang/Sucht wie einen Gegenstand oder eine genetische Eigenschaft (z.B. braune Haare) hätten. Innerhalb eines solchen verdinglichten Konzept, in welchem Symptome als Defizit gesehen werden, besteht die Aufgabe des Therapeuten darin, mit entsprechenden therapeutischen »Techniken« die Symptome »wegzumachen«. Diese Sichtweise sollte aufgegeben werden.
Die Erkenntnisse der Neurobiologie, der Hypnosetherapie und der hypnosystemischen Arbeit zeigen allerdings, dass jedes Erleben das Ergebnis einer Aufmerksamkeitsfokussierung ist. Das Erleben wird sowohl bewusst-willentlich als auch unwillkürlich-unbewusst neu erzeugt. Dabei wirkt die Ebene des Unbewussten/Unwillkürlichen besonders stark und schnell.
Niemand »ist« nur »depressiv«, »hat einen Zwang«, »hat eine Angststörung«. Wenn jemand unter einem depressiven Prozess leidet, kann das verstanden werden als: der Mensch ist intensiv mit Prozessen assoziiert, mit denen er sich selbst auf unwillkürlicher/unbewusster Ebene selbst niederdrückt. Stephen Gilligan und Gunter Schmidt haben Symptome wie »Depression« als Ausdruck unbewusst selbst indizierter »Problemtrance« verstanden.
Die Kommunikationsprozesse mit den Betroffenen sollten sich deshalb so gestalten, dass jedes hilfreiche Erfahrungspotenzial, jede denkbare Kompetenz, jede schlummernde Ressource intensiv in  den Aufmerksamkeitsfokus gerückt wird. Viele Kompetenzen für hilfreiche Entwicklungen können so wieder aktiviert werden, auch, wenn sie den Betroffenen nicht mehr bewusst sind. Die Gestaltung der Gegenwart bestimmt, welche Wirkungen man den vergangenen Erfahrungen und der Zukunftsvision erlaubt.
In der Hypnosetherapie wird die Entstehung einer psychischen Störung als unbewusste-unwillkürliche, aktive Leistung des Individuums betrachtet.
Diese selbstwirksam erbrachte Leistung wird dabei nicht als Ausdruck von Inkompetenz und Defizit. Sieht man diese Leistung, wird verständlich, dass man mit Fragen »Wie können Sie die Angst/den Zwang/die Depression verstärken«, die Selbstwirksamkeit erhöhen kann. Wichtig ist, dass der Therapeut behutsam und achtsam vorgeht, dass es beim Betroffenen würdigend und ermutigend ankommt und so die Menschen in ihrer Autonomie und Kompetenz sehr wirksam unterstützt werden.
Wird die Entwicklung von Symptomen als Leistung gewürdigt, kann auch folgende Frage gestellt werden: „Welche Funktion haben die Symptome, welche auf unbewusster Ebene unwillkürlich »gemacht« werden?“ Mit diesem Ansatz können die Symptome in ganzheitlich würdigender Weise genutzt werden, um einen Bewusstwerdungsprozess in Gang zu setzen.
Auf der Ebene des Unbewussten, wo diese beschriebene Leistung vorhanden ist, sind auch die Kompetenzen, die für hilfreiche Lösungen benötigt werden, gespeichert und in der Hypnosetherapie werden auf diese selbstwirksame Kompetenz zurückgegriffen.
Ebenfalls auf unbewusster Ebene können die Betroffenen können Befürchtungen angesiedelt sein, dass sich unerwünschte Auswirkungen ergeben könnten, wenn die Lösungskompetenz aktiviert und genutzt wird. Die Befürchtungen beziehen oftmals darauf, dass andere durch die erfolgreiche Umsetzung der gefundenen Lösung Probleme bekommen könnten.
Dann kann eine Symptomatik und das bisherige Nichtnutzen von Lösungskompetenzen als eine unbewusste Loyalitätsleistung verstanden und gewürdigt werden. So sollte der Therapeut auch den unbewussten Widerstand gegen Besserung oder die Ambivalenz geachtet und für die Heilung genutzt werden.
In der Hypnosetherapie können Patienten lernen und korrigierende Erfahrungen machen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den eigenen Handlungen und Entscheidungen und den Symptomen der Angst/der Depression/der Sucht.
Wenn anderen die Schuld gegeben wird, gibt der Patient ihnen Macht. Wenn für die Gefühle von Depression, Angst, Wut und Enttäuschung auf andere, die Umstände und die anderen verantwortlich gemacht werden, macht man sich selbst hilflos. Der Patient wird die Kompetenzerfahrung machen, dass er selbst seine Gefühle steuern und erkennen kann: »Mein Handeln, Denken und meine Entscheidungen bestimmen, wie ich mich fühle«.