Wie wird eine psychische Erkrankung diagnostiziert?

Eine klinische Diagnose kann nur von einem erfahrenen Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik oder Facharzt für Psychiatrie oder Psychotherapeuten/Psychologen gestellt werden. Zuvor sind  eventuell auch Untersuchungen erforderlich, um körperliche Erkrankungen – wie    z. B. eine Schilddrüsenerkrankung – als Mitverursacher der psychischen Beschwerden auszuschließen.

Anschließend findet beim Facharzt oder Psychotherapeuten ein ausführliches Gespräch über die einzelnen Beschwerden (Symptome), die Vorgeschichte und weitere körperliche und psychische Erkrankungen des Patienten statt. Auch psychologische Tests und Fragebögen können  zum Einsatz kommen. Das diagnostische Gespräch dient dazu, das Gesamtbild aller Beschwerden zu erfassen und diesem eine Diagnose zuzuordnen. So stellt der Facharzt oder Psychotherapeut fest, ob der Patient unter einer bestimmten oder auch unter mehreren psychischen Erkrankungen leidet und wie stark diese ausgeprägt sind. Das ist wichtig, denn die Art der Therapie kann sich je nach Art und Schwere der Erkrankung erheblich unterscheiden.

Die Zuordnung zu einer Diagnose wird in der Regel anhand der „Internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD-10, International Classification of Diseases)) vorgenommen. Die ICD-10 wird von der Weltgesundheitsorgansiation (WHO) herausgegeben. Psychotherapeuten, Ärzte und Kliniken geben gegenüber den Krankenkassen eine ICD-10-Diagnose an, damit die Behandlungskosten übernommen werden.

Die ICD-10 teilt die psychischen Erkrankungen in sogenannte Diagnosegruppen ein: