Wie beantrage ich eine Psychotherapie?

Sie können mit Ihrer Krankenversicherungskarte direkt eine psychotherapeutische Praxis aufsuchen. Sie müssen sich nicht von Ihrem Hausarzt überweisen lassen, können ihn jedoch nach kooperierenden psychotherapeutischen Praxen fragen. In bis zu 5 oder 8 probatorischen Sitzungen (abhängig vom Psychotherapieverfahren) klärt Ihr Psychotherapeut mit Ihnen, ob eine Psychotherapie bei Ihnen notwendig und erfolgversprechend ist oder welche andere Unterstützung sinnvoll sein könnte. In diesen Sitzungen werden Sie auch feststellen können, ob das Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und dem Psychotherapeuten eine gute Basis für eine Therapie darstellen könnte. Ist die Entscheidung zur Psychotherapie gefallen, wird ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt. Für diesen Antrag ist eine medizinische Abklärung notwendig (Konsiliarbericht), der bestätigt, dass Ihre Erkrankung keine körperlichen Ursachen hat. Sollten Sie das Gefühl haben, dass zwischen Ihnen und dem Therapeuten „die Chemie nicht stimmt“, haben Sie die Möglichkeit, eine andere psychotherapeutische Praxis aufzusuchen. Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherungen. Zurzeit werden die Verhaltenstherapie, die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Analytische Psychotherapie von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Andere psychotherapeutische Verfahren müssen privat bezahlt werden. Mit gesetzlichen Krankenkassen abrechnen können nur approbierte Psychotherapeuten, die bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen sind. Darüber hinaus gibt es, insbesondere in Gebieten mit unzumutbar langen Wartezeiten, approbierte Psychotherapeuten, die Psychotherapien im Wege der sogenannten „Kostenerstattung“ durchführen (siehe hierzu unsere Patienteninformation zur Kostenerstattung). Im Zweifelsfall und wenn Sie privat versichert sind, sollten Sie vor Beginn der psychotherapeutischen Behandlung mit Ihrer Krankenversicherung klären, in welchem Umfang Kosten für die geplante Behandlung übernommen werden, denn die Bedingungen weichen zum Teil von denen in der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Vor Beginn einer Psychotherapie finden Probegespräche, sogenannte probatorische Sitzungen, statt. Hierbei prüfen Patientin oder Patient und Therapeutin oder Therapeut, ob die ,,Chemie“ zwischen ihnen stimmt und eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden kann. Die Therapeutin oder der Therapeut erklärt die Vorgehensweise. Therapieziele, Behandlungsplan und voraussichtliche Therapiedauer werden gemeinsam besprochen und festgelegt. Entscheiden sich Patientin oder Patient und Therapeutin oder Therapeut für eine Psychotherapie, stellt die Patientin oder der Patient bei ihrer oder seiner Krankenkasse einen Antrag auf Übernahme der Kosten. Wenn eine Langzeittherapie (mehr als 24 Therapieeinheiten) geplant ist, schreibt die Therapeutin oder der Therapeut zusätzlich einen Bericht zur Begründung der Notwendigkeit der Langzeittherapie. Dieser wird ohne Nennung des Patientennamens in einem verschlossenen Umschlag an eine externe Gutachterin oder einen externen Gutachter zur Prüfung übermittelt. Nach Eingang des Antrags prüft die Krankenkasse, bei Langzeittherapien auch unter Berücksichtigung der gutachterlichen Stellungnahme, ob eine Kostenzusage erfolgen kann und teilt dies der Versicherten oder dem Versicherten mit.