Psychosomatische Medizin

Psychosomatische Medizin beinhaltet

  • somatotherapeutische (auf den Körper bezogene) Maßnahmen
  • Psychotherapie
  • Prävention sowie Rehabilitation

von Krankheiten und Leidenszuständen, an deren Verursachung psychosoziale und psychosomatische Faktoren einschließlich dadurch bedingte körperlich-seelische Wechselwirkungen maßgeblich beteiligt sind.

Psychosomatik (altgr. psyche für Atem, Hauch und Seele und soma für Körper, Leib) bezeichnet die Betrachtungsweise und Lehre, in welcher die seelischen Fähigkeiten und Reaktionsweisen von Menschen in Gesundheit und Krankheit im Zusammenhang mit körperlichen Vorgängen und sozialen Lebensbedingungen betrachtet werden. Ihre Erforschung und Umsetzung in der Krankenbehandlung erfolgt in der Psychosomatischen Medizin.
Zum klinischen Bereich der psychosomatischen Medizin zählen:

  • körperliche Erkrankungen mit ihren biopsychosozialen Aspekten (z. B. Krebskrankheiten und ihre Bewältigung; siehe auch Psychoonkologie)
  • physiologisch-funktionelle Störungen als Begleiterscheinungen von Emotionen und Konflikten sowie als direkte oder indirekte Reaktion auf psychische oder physische Traumata; siehe auch Posttraumatische Belastungsstörung und Anpassungsstörungen.
  • körperliche Symptome, die auf unbewusste Konflikte zurückgehen
  • Hypochondrie: die Überzeugung, an einer Krankheit zu leiden und krankhaftes Interesse an Gesundheit und Beschwerden
  • seelische Störungen, die auch mit körperlichen Missempfindungen einhergehen können: Depressionen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen.
  • seelische Erkrankungen, die körperliche Auswirkungen haben: Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Essanfälle bei psychischen Erkrankungen, Binge-eating).
  • Folgen verantwortungslosen Umgangs mit der eigenen Gesundheit (z.B. Konsum gesundheitsschädlicher suchterzeugender Genussmittel und Drogen)
  • Somatoforme Störungen als Sonderformen psychosomatischen Geschehens, bei denen kein organischer Befund nachweisbar ist und psychische Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome eine bedeutsame Rolle spielen. Häufig vorkommende Beschwerden, die dieser Gruppe zuzuordnen sind, zum Beispiel:
  • Schmerzen ohne organische Ursache (somatoformes Schmerzsyndrom)
  • funktionelle Beschwerden des Herz-Kreislauf Systems
  • funktionelle Beschwerden des Magen-Darm-Bereiches (somatoformes Oberbauch- oder Unterbauchsyndrom)

Ein Beispiel, wie Seele und Körper zusammenwirken: Angst führt dazu, dass die Nebennieren Adrenalin ausschütten, wodurch über das vegetative Nervensystem unter anderem die Magen-Darm-Peristaltik gehemmt wird, was bei längerer Einwirkung zu Verdauungsstörungen führen kann. In vielen Redewendungen des Alltags ist drücken den psychosomatischen Zusammenhang aus: Etwas liegt einem „schwer im Magen“, eine Sache geht einem „an die Nieren“, der Schreck „fährt einem in die Glieder“, jemandem ist eine „Laus über die Leber gelaufen“.