Wann ist Psychotherapie hilfreich?

Psychotherapie ist ein bewusster, geplanter Prozess zwischen Patienten und Psychotherapeuten, um
  • psychisches Leid zu heilen lindern bzw. zu lindern
  • Ressourcen zur Bewältigung von seelischen sowie zwischenmenschlichen Konflikte zu entwickeln
  • Verhaltensstörungen zu beeinflussen.
Die Psychotherapie arbeitet mit psychologischen Mitteln, die im Erleben und Verhalten ihren Ansatzpunkt haben. Die meisten psychotherapeutischen Verfahren haben das Ziel, mit kommunikativen und/oder übenden Techniken dem Patienten Strategien und innere Ressourcen zur Bewältigung von Problemen aufzuzeigen. Diese vermitteln Handlungskompetenz und bauen Selbstvertrauen auf.

Tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie

Die Praxis bietet die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie an. Dieses Behandlungsverfahren leiten sich in ihrer Vorgehensweise von den zentralen Grundannahmen der psychoanalytischen Krankheitslehre und Persönlichkeitstheorie ab. Am Anfang stand die Psychoanalyse, ein Verfahren, dass SIGMUND FREUD (1856-1939) entwickelt hatte. Sie wurde in häufiger Frequenz in täglichen Sitzungen über mehrere Monate durchgeführt. Diese Behandlungen wurden im Liegen auf der Couch durchgeführt. Der Patient teilte mit, was ihm frei einfiel, der Therapeut saß hinter dem Patienten, war  somit wie anonym und neutral. Außerdem soll der Therapeut Abstinenz zeigen, d.h. es ist ihm dann untersagt, das Gespräch für die eigene Unterhaltung zu nutzen bzw. dem Patienten eigene Interessen mitzuteilen, wie etwa, dass er selbst gern dies oder jenes tut. Abstinenz kann auch bedeuten, dem Patienten keine Ratschläge zu erteilen, weil dann dessen eigene Entscheidungsfindung beeinflusst wird. Heutzutage hat die Psychoanalyse eine mehrjährige Behandlungsdauer, die Anzahl der Sitzungen schwankt zwischen 160 und 300 Stunden.
Die Behandlungen in der tiefenpsychologischen Psychotherapie finden im Gegenübersitzen statt. Die Dauer der Behandlung  beträgt 50 Minuten, die Gesamtzahl der Sitzungen schwankt zwischen wenigen Stunden und 25 – 100 Sitzungen.
Der Gegenstand der therapeutischen Arbeit bei der psychodynamischen Psychotherapie ist die Ebene psychosozialer Konflikte. Es werden die symptomauslösenden und –verstärkenden interpersonellen Situationen  sowie die aktuelle Beziehung zwischen Patient und Therapeut in den Fokus der Therapie gerückt. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Patient in den relevanten aktuellen psychosozialen Konflikten und den dazugehörigen Lösungsmustern krankhafte Kompromissbildungen entwickelt hat. Hierzu wird auch das Unbewusste der Gegenwart in Bezug zum Hier und Jetzt mit in die Therapie eingeschlossen.
Die therapeutischen Grundüberzeugungen stützen sich auf die gesunden Anteile des Patienten und es werden nachhaltige Besserungen während und nach Abschluss der Therapie erwartet, indem eine förderliche Gesamtentwicklung in Gang gesetzt werden kann.

 

Behandlungsablauf
Zu Beginn einer Therapiesitzung teilt der Patient sein subjektives Befinden mit, berichtet von aktuellen Sorgen und Problemen. Der Therapeut hört anteilnehmend zu und der Patient kann sich in seinen Kümmernissen angenommen fühlen. Zu einer typischen Geschichte aus der gegenwärtigen Lebensrealität des Patienten wird dieses Ereignis im weiteren Gespräch auf abgewehrte Gefühle im Patienten untersucht. Dies fördert die Introspektion (nach innen blicken). Auf der Ebene der Konflikte soll ein Verständnis dafür gefördert werden, was der Patient in anderen auslöst. Das Ganze geschieht mit einem Bezug auf die lebensgeschichtlichen Vorerfahrungen. Es werden dann gleichartige Berichte mit dem Ziel einer Neuorientierung durchgearbeitet.