Hypnosetherapie der Autoimmunerkrankungen

Weitere Begriffe: Autoaggressionskrankheiten, Autoaggressionssyndrome, autoallergische Krankheiten, Autoantikörperkrankheiten.

Autoimmunkrankheiten treten auf bei Entgleisung des Immunsystems. Körpereigene Zellen werden fehl gedeutet. Das Immunsystem produziert schädigende Antikörper oder Immunzellen, greift eigene Körpergewebe an und ruft damit die Krankheit her. Zell- und Gewebeschäden treten auf, wenn diese gegen den eigenen Körper gerichtete Antikörper sich in Geweben von z.B. Gelenken, Nieren oder Schilddrüse abgelagert werden und dann unter Zusatz von Serumeiweißen Entzündungsreaktionen entstehen.

Generell werden Autoimmunerkrankungen in zwei Gruppen eingeteilt:

1. Systemische Erkrankungen, bei denen vielerlei Gewebe und Organe von dem pathogenen Prozess betroffen sind und

2. Erkrankungen einzelner Organe.

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten sind in der Lehr- und Universitätsmedizin bisher noch unbekannt. Man nimmt an, dass neben umweltbedingten auch erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Für den Verlauf und die Prognose scheinen Faktoren wie Vererbung, Geschlechtszugehörigkeit, medikamentöse und psychologische Faktoren eine Rolle zu spielen.

 

Psychoneuroimmunologie (PNI)

Das Gebiet der Psychoneuroimmunologie untersucht die Zusammenhänge, die zwischen

Psyche=Seele

Neuro=Nervensystem

Immunologie=körpereigenes Abwehrsystem bestehen.

 

Eine psychologische Therapie wie Hypnose kann Autoimmunprozesse auf der biochemischen Ebene nur beeinflussen, wenn es Mechanismen gibt, die es ermöglichen, das kognitive Fähigkeiten (wie Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Problemlösen, Kreativität, Imagination, Introspektion, Wille, Glauben) in Informationen  umgeformt werden, die vom Immunsystem benutzt werden kann. Aufgrund des Zuwachs an Forschung auf dem Gebiet der PNI kann man davon ausgehen, dass ein Austausch zwischen Zentralnervensystem, vegetativen Nervensystem, Seele und Immunsystem möglich ist. So werden Nervenbotenstoffe und Eiweißhormone für die Kommunikationen zwischen den beschriebenen Systemen genutzt. Die psychologische Forschung innerhalb der PNI hat gezeigt, dass emotionale Zustände von Stress, Depression und Verlusterlebnisse die Funktion des Immunsystems unterdrücken kann. Auf der anderen Seite erhöht ein positiver Gemütszustand die Kompetenz des Immunsystems.

 

Autoimmunerkrankungen und deren Zielorgane

Organspezifische Krankheiten

  • Insulinabhängiger Diabetes mellitus Typ I (Bauchspeicheldrüse)
  • Hashimoto-Thyreoiditis (Schilddrüse)
  • Hyperthyreose (Schilddrüse)
  • Colitis ulcerosa (Dickdarm)
  • Morbus Addison (Nebennieren)
  • Morbus Werlhof, idiopathische Thrombozytopenie (Blutplättchen)
  • Glomerulonephritis, Goodpasturesyndrom (Nieren und Lunge)

Multiorganische (systemische) Krankheiten

  • Rheumatoide Arthritis
  • Sklerodermie
  • Morbus Bechterew
  • Systemischer Lupus erythematodes
  • Kollagenose
  • Polymyositis
  • Myasthenia gravis

 

Die Forschung, dass psychosoziale Faktoren wie psychischer Stress mit dem Ausbruch und der Verschlimmerung einiger Autoimmunkrankheiten verknüpft sind.

In der Hypnoseliteratur finden sich eine Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass therapeutische Hypnose spezifische Immunfunktionen verändern kann und als erfolgreiches Verfahren zur Selbstregulation und Behandlung erwiesen hat.