Krankheitsentstehung aus Sicht der Homöopathie und dem homöopathischen Lehrer
Rajan Sankaran
Nach über zwanzig Lehrjahren in Homöopathischer Medizin durfte ich im Jahre 2009 Rajan Sankaran aus Bombay, Indien auf einer Fortbildung in
Badenweiler erleben.
Es war für mich eines der wichtigsten Fortbildungsveranstaltungen und ich habe
endlich verstanden, warum die Homöopathie eine einfache und leicht umzusetzende Heilmethode ist und was das Heilende in der Homöopathie ist.
So habe ich die Anamneseführung in den ein – zweistündigen Erstgesprächen nach
und nach verändert und arbeite heute ausschließlich nach dem System von Rajan
Sankaran. Er hat durch jahrzehntelange Forschungen folgendes entdeckt:
1. Gab es in den ersten Jahren der inneren Entwicklung des Kindes eine Stresssituation
(wie seelische Überforderung, Trauma, Schock, Verzweiflung,
Hoffnungslosigkeit, den Wunsch, nicht mehr auf der Erde sein zu wollen),
entwickelt das Kind ein Verhalten/eine innere Haltung, um in diesen bestimmten
Situationen körperlich/emotional zu überleben.
2. Diese Situation verbindet die verschiedenen Symptome des Gemütszustandes
(blockierende und einengende Emotionen wie Angst, Wut, Trauer,
Verzweiflung, Groll, Hass, Neid, Eifersucht).
3. Diese Haltung bleibt in der weiteren persönlichen Entwicklung erhalten, auch
wenn die Situation nicht mehr besteht oder sich verändert hat.
4. Der Mensch nimmt dann als Erwachsener neue Situationen, die vorübergehend
oder anhaltend stressvoll aufgeladen sind, unbewusst weiter so wahr und
reagiert so, wie es der ursprünglichen Situation des kleinen Mädchens/kleinen Jungen entsprach. Der erwachsenene Mensch ist nicht fähig, die wirkliche, reale Situation zu
sehen (Realitätsverzerrung, wahnhaftes Erleben (z.B. "ich habe es nicht verdient",
"glücklich zu sein"; "Gott straft mich"; "ich sitze in der Falle"; "es gibt keinen Ausweg
und so weiter").
5. Diese unbewusste Neuinszenierung der alten Haltung verursacht zusätzlich
neuen Stress, ruft eine Krankheit hervor und/oder verschlimmert diese.
6. Aber die Wahrheit ist: Diese Haltung basiert auf einer gedanklichen Vorstellung
oder Überzeugung, sie ist unangemessen oder unpassend.
7. Wenn der Patient in der Erstanamnese seine gedankliche
Vorstellung/Wahnidee (z.B. die Erinnerung an die Situation ist so, "als ob ich in
einem Gefängnis sitze") ausdrückt, haben Arzt und Patient die 4. Ebene erreicht. Insgesamt werden nach Sankaran sieben Ebenen unterschieden, (siehe unten).
8. Anschließend ist die Aufgabe des homöopathischen Arztes, den Patienten in die
innere Empfindung dieser Wahnidee zu führen. Typische Fragen an diesem
Punkt der Anamnese (griech: Erinnerung) könnten lauten:
"Wie fühlt es sich an, in einem Gefängnis zu sitzen?" - "Welche Erfahrung machen
Sie innerlich, wenn Sie in einem Gefängnis sitzen?" - "Wie ist in diesem Bild Ihre
innere Empfindung?"
9. Wenn die zentrale, tiefste und vitale Empfindung gefunden wurde, die sich
sowohl im aktuellen Symptom findet, aber auch in der ursprünglichen Stresssituation
vorhanden war und wenn auch ein erinnertes Traumbild diese Empfindung
enthält, kann die Verordnung des homöopathischen Mittels sicher getroffen
werden. Oft spricht der Patient sogar sein Heilmittel aus, weil er sehr genau die
Empfindungen einer Pflanze oder eines Tieres ausgedrückt.
HOMÖPATHIE KOBLENZ | Sankaran - Methode
Guido Bonrath - Facharzt für Allgemeinmedizin - Homöopathie Koblenz Urbar im Klostergut Besselich
Die 7 Ebenen im homöopathischen Heilsystem von Sankaran
1. Ebene: Der Patient beschreibt sein Symptom, z. B Kopfschmerzen
2. Ebene: Das Symptom wird näher beschrieben z.B. drückende Kopfschmerzen von außen nach innen.
3. Ebene: "Ich bin verzweifelt, dass die Kopfschmerzen schon solange bestehen und ich habe Angst, dass es nicht heilen wird".
4. Ebene: "Die Angst fühlt sich an, als ob mein Kopf von einem drückenden Reifen umschlossen wird."
5. Ebene: Hier wird die vitale, tiefe innere Empfindung beschriben mit Worten wie eng, drückend, beklemmend oder als gegenteil davon leicht, erleichternd, befreiend.
6. Ebene: Hier kommen oft tief aus dem Unbewussten des Patienten Handgesten oder sponate, energievolle Bewegungen, wenn die Worte für die Beschreibung der Empfindung nicht ausreichend entwickelt werden können.
7. Ebene: Diese Ebene bezeichnet Sankaran als den Entstehungsort alles Lebens und aller Energie. Diese Ebene wird in tiefer Trance, Meditation, Kontemplation oder Gebet erreicht. Diese Ebene findet in der Anamnese selten Berücksichtigung.
1. Ebene: Der Patient beschreibt sein Symptom, z. B Kopfschmerzen
2. Ebene: Das Symptom wird näher beschrieben z.B. drückende Kopfschmerzen von außen nach innen.
3. Ebene: "Ich bin verzweifelt, dass die Kopfschmerzen schon solange bestehen und ich habe Angst, dass es nicht heilen wird".
4. Ebene: "Die Angst fühlt sich an, als ob mein Kopf von einem drückenden Reifen umschlossen wird."
5. Ebene: Hier wird die vitale, tiefe innere Empfindung beschriben mit Worten wie eng, drückend, beklemmend oder als gegenteil davon leicht, erleichternd, befreiend.
6. Ebene: Hier kommen oft tief aus dem Unbewussten des Patienten Handgesten oder sponate, energievolle Bewegungen, wenn die Worte für die Beschreibung der Empfindung nicht ausreichend entwickelt werden können.
7. Ebene: Diese Ebene bezeichnet Sankaran als den Entstehungsort alles Lebens und aller Energie. Diese Ebene wird in tiefer Trance, Meditation, Kontemplation oder Gebet erreicht. Diese Ebene findet in der Anamnese selten Berücksichtigung.
Das Heilprinzip der klassischen Homöopathie
Das Wort Homöopathie kommt aus dem Griechischen und stammt von den griechischen Worten homoios = ähnlich und pathos = Leiden oder Krankheit. Dieser Ähnlichkeitsvorgang, welcher auch »Ähnlichkeitsregel«, lateinisch Simile-Regel genannt wird, lann an folgenden einfachen Beispielen verstanden werden.
Jeder kennt die Wirkung der Zwiebel (Allium cepa) auf die Schleimhäute der Nase und von da ausgehend auf die Augen. Die Schleimhäute werden durch ätherische Öle gereizt und zu einer starken wäßrigen Absonderung veranlaßt. Diese Wirkung wird nach entsprechender Umarbeitung der Zwiebel in eine arzneiliche Form zur Behandlung einer »ähnlichen Krankheit« benützt: in Tropfen oder Tablettenform verordnet man sie bei einem wäßrigen Schnupfen mit leichten Augenreizerscheinungen, wenn dieser sich in einem warmen Raum verschlimmert. Der Heilerfolg tritt meist überraschend schnell ein.
Viele Menschen erleben, wenn sie eine Tasse starken Bohnenkaffee am späten Nachmittag oder Abend getrunken haben, daß sie durch die Reizwirkung des darin enthaltenen Koffeins nicht einschlafen können und lange wach liegen, wobei der Geist oft sehr angeregt ist und viele Gedanken durch den Kopf gehen. Die Homöopathie benutzt diese Wirkung des Koffeins zu entsprechenden Heilzwecken, indem sie das Koffein zu einer Arznei verarbeitet und bei bestimmten Formen von Schlaflosigkeit anwendet, die dem obigen Zustand ähnlich sind. Coffea ist besonders dann angezeigt, wenn der Patient geistig angeregt ist, ein lebhafter Gedankenzustrom besteht und dadurch der Schlaf verhindert wird.
An diesen einfachen Beispielen läßt sich erkennen, daß die Homöopathie den Patienten viel differenzierter beobachtet als die übliche Medizin. Man kann nicht sagen: die Zwiebel ist ein Mittel gegen den Schnupfen; das Koffein ist ein Mittel gegen die Schlaflosigkeit. Vielmehr handelt es sich um Arzneimittel gegen eine bestimmte Form von Schnupfen und gegen eine bestimmte Art der Schlaflosigkeit. Das hat verständlicherweise zur Folge, daß man sich intensiv mit der Homöopathie beschäftigten muß, um das richtige Mittel zu finden. Als Folge der genauen Anpassung genügen dann allerdings viel geringere Dosen als bei einem üblichen Schnupfen- oder Schlafmittel.
Das Wort Homöopathie kommt aus dem Griechischen und stammt von den griechischen Worten homoios = ähnlich und pathos = Leiden oder Krankheit. Dieser Ähnlichkeitsvorgang, welcher auch »Ähnlichkeitsregel«, lateinisch Simile-Regel genannt wird, lann an folgenden einfachen Beispielen verstanden werden.
Jeder kennt die Wirkung der Zwiebel (Allium cepa) auf die Schleimhäute der Nase und von da ausgehend auf die Augen. Die Schleimhäute werden durch ätherische Öle gereizt und zu einer starken wäßrigen Absonderung veranlaßt. Diese Wirkung wird nach entsprechender Umarbeitung der Zwiebel in eine arzneiliche Form zur Behandlung einer »ähnlichen Krankheit« benützt: in Tropfen oder Tablettenform verordnet man sie bei einem wäßrigen Schnupfen mit leichten Augenreizerscheinungen, wenn dieser sich in einem warmen Raum verschlimmert. Der Heilerfolg tritt meist überraschend schnell ein.
Viele Menschen erleben, wenn sie eine Tasse starken Bohnenkaffee am späten Nachmittag oder Abend getrunken haben, daß sie durch die Reizwirkung des darin enthaltenen Koffeins nicht einschlafen können und lange wach liegen, wobei der Geist oft sehr angeregt ist und viele Gedanken durch den Kopf gehen. Die Homöopathie benutzt diese Wirkung des Koffeins zu entsprechenden Heilzwecken, indem sie das Koffein zu einer Arznei verarbeitet und bei bestimmten Formen von Schlaflosigkeit anwendet, die dem obigen Zustand ähnlich sind. Coffea ist besonders dann angezeigt, wenn der Patient geistig angeregt ist, ein lebhafter Gedankenzustrom besteht und dadurch der Schlaf verhindert wird.
An diesen einfachen Beispielen läßt sich erkennen, daß die Homöopathie den Patienten viel differenzierter beobachtet als die übliche Medizin. Man kann nicht sagen: die Zwiebel ist ein Mittel gegen den Schnupfen; das Koffein ist ein Mittel gegen die Schlaflosigkeit. Vielmehr handelt es sich um Arzneimittel gegen eine bestimmte Form von Schnupfen und gegen eine bestimmte Art der Schlaflosigkeit. Das hat verständlicherweise zur Folge, daß man sich intensiv mit der Homöopathie beschäftigten muß, um das richtige Mittel zu finden. Als Folge der genauen Anpassung genügen dann allerdings viel geringere Dosen als bei einem üblichen Schnupfen- oder Schlafmittel.




